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Der Garten vor dem Winterschlaf

Es gibt diese herrlich schönen Tage im Spätherbst, an denen man mit großer Freude im Garten ist: Das Licht ist mild, die Luft angenehm frisch, aber nicht zu kalt, das Laub raschelt unter den Füßen, die Wildrosen tragen leuchtende Hagebutten, hier und da blühen noch Anemonen und Astern … Man hat das Gartenjahr noch gut im Gedächtnis und freut sich vielleicht schon auf das Frühjahr und den nächsten Sommer. Bevor es allerdings so weit ist, will der Garten auf seinen Winterschlaf vorbereitet werden!

An alles gedacht?

Für nicht winterharte Kübelpflanzen wird es höchste Zeit, sie ins Winterquartier umzuziehen, wo sie frostfrei, aber nicht zu warm stehen sollten. Wer keinen Platz im Keller oder in der Garage hat, fragt am besten seinen Landschaftsgärtner – der Überwinterungsservice beim Profi hat den zusätzlichen Vorteil, dass er die Pflanzen schon beim Einräumen auf eventuellen Schädlingsbefall untersucht und wenn nötig, fachgerecht reagiert.

Aber auch manche winterharten Pflanzen brauchen Winterschutz. Bei den meisten Rosen oder empfindlichen Sträuchern genügt oft schon ein leichtes Abdecken mit Reisig oder Fichtenzweigen. Dabei geht es übrigens vor allem darum, die Pflanzen vor der Wintersonne zu schützen. Diesem Zweck dient auch Laub, das auf die Beete verteilt gute Dienste leistet. Vom Rasen sollte man die Blätter zwar entfernen, aber die Bodendecker und Stauden oder auch kleineren Gehölze können die Blätterdecke als Schutz gut gebrauchen, die außerdem bis zum Frühjahr zu wertvollem Humus zersetzt ist.

Gibt es Wasserleitungen im Garten, Wasserhähne oder vielleicht sogar Pumpen und Filteranlagen am Teich, dann gilt es, diese rechtzeitig vor dem ersten Frost zu leeren bzw. auszubauen. Am besten sperrt man sämtliche Außen-Wasserleitungen ab und sorgt dafür, dass die Ventile alle geöffnet sind. Sollte doch noch Wasser in den Leitungen stehen geblieben sein, kann es sich beim Gefrieren ausdehnen ohne dass die Rohre platzen.

Es gibt spezielle Pumpen, die frostbeständig sind; die meisten gartenüblichen Pumpen aber sollte man sicherheitshalber ausbauen, säubern und frostsicher in einem Eimer mit Wasser bis zum Frühjahr lagern. Wichtig ist auch, das Laub und andere Verschmutzungen aus dem Gartenteich zu fischen, damit es nicht am Teichgrund vermodert und die Wasserqualität leidet.

Schneiden oder nicht schneiden?

Die meisten Stauden sind im Spätherbst bereits eingezogen, das heißt die oberirdischen Pflanzenteile sind abgestorben. Im nächsten Frühjahr treiben sie neu wieder aus. Am besten schneidet man die trockenen Stiele und Blätter eine Handbreit über dem Boden ab. Bei einigen, wie zum Beispiel Sonnenhut, Kugeldistel und vor allem bei Gräsern, sind die trockenen Stiele jedoch ein besonders schöner Winterschmuck: Mit Raureif überzogen, glitzern sie dekorativ und sollten erst im Frühjahr zurück geschnitten werden. Über den richtigen Zeitpunkt für den Rückschnitt von Gehölzen gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen – manche bevorzugen den Schnitt vor dem Winter, andere schwören darauf, erst im zeitigen Frühjahr zu schneiden.

Unbestritten aber ist, dass sämtliche Winter- und Frühlingsblüher nicht im Herbst geschnitten werden, denn sie haben ihre Blütenknospen bereits vor dem Winter angelegt und dürfen deshalb nur im Sommer geschnitten werden. Dies gilt zum Beispiel für Sträucher wie Zaubernuss, Forsythie, Zierjohannisbeere und Zierkirsche. Wer nicht sicher ist, was er im Spätherbst noch schneiden kann, fragt am besten einen Fachmann für Garten und Landschaft – der weiß, was er tut und nimmt auch das Schnittgut gleich mit. Die Profis sind auch die richtigen Ansprechpartner für die Kontrolle von Wegeplatten und Terrassenbelägen. Besonders im Winter ist es wichtig, dass der Untergrund sicher und fest ist. Wackelnde Steinplatten können, wenn sie nass sind oder wenn Schnee darauf liegt, zu sehr unangenehmen Stolperfallen werden.

Farbe ins Beet!

Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können Blumenzwiebeln gesetzt werden. Wer im Herbst Krokusse, Narzissen, Tulpen & Co. in seine Beete legt, sorgt dafür, dass die Gartensaison schon früh im neuen Jahr beginnt und dass der Garten schon längst vor dem frischen Austrieb der Gehölze und Stauden wieder Farbe zeigt. Ob bunt gemischt oder mit strengem Farbkonzept – der Fantasie sind bei der Auswahl keine Grenzen gesetzt und wenn die Zwiebelblumen geschickt mit Stauden kombiniert werden, ist das Gartenvergnügen programmiert.

Viele Gartenfreunde nutzen den Winter auch, um das Gartenwerkzeug und die Geräte zu reinigen und zu pflegen, damit sie im Frühjahr in Topform sind. Defekte Teile werden ausgebessert, der Rasenmäher bekommt ein neues Messer, Rost von Spaten und Schaufel wird entfernt … Wenn schließlich auch die Gartenmöbel eingelagert oder witterungsgeschützt abgedeckt sind, dürfte der Garten und das Werkzeug bestens vorbereitet sein für die winterliche Ruhephase … und wir Hobbygärtner können uns in aller Ruhe mit eventuell anstehenden Veränderungen und Wünschen für das nächste Gartenjahr beschäftigen.

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